Orientalischer Tanz erfreut sich größter Beliebtheit. Naheliegend ist, dass daher die Anzahl der professionell und semiprofessionell Tanzenden stetig wächst. Geboten wird alles von klassisch arabischem Tanz bis türkische Folklore; vom Tanz mit Zimbeln und Schleier bis hin zu modernem Tanzmix und innovativen Fantasytänzen.

Durch die hohe TänzerInnendichte und das Geltungsbedürfnis der Tanzenden entsteht innerhalb dieser Tanzszene zuweilen Neid und missgünstiges Verhalten den KollegInnen gegenüber. Und von Stars und Sternchen dieser Szene werden Regeln und ungeschriebene Gesetze weitergegeben, die von Lernwilligen bereitwillig aufgenommen und ohne zu hinterfragen umgesetzt werden.

Die Mitläufer-Mentalität liegt mir nicht. So halte ich mich dieser Szene weitestgehend fern und setze eigene Projekte und Tanzstile nach eigenen Regeln um. Vorgaben und Standards engen ein.
Erfreulicherweise gibt es bereits eine Vielzahl KollegInnen, die die Traditionen des orientalischen Tanzes engagiert pflegen und somit für deren Fortbestand sorgen.

Der Tanz - in Deutschland, USA oder wo immer betrieben - wurde bereits akkulturiert und dadurch verändert. Authentizität im orientalischen Tanz ist daher nur annähernd gegeben. Eine mehr oder minder starke Illusion. Veränderung ist ein normaler Prozess und ein Zeichen von Fortschritt. Man kann es kritisieren, bedauern, damit hadern - oder sich diesen Umstand konstruktiv zunutze machen.

Fortschritt ist Grundlage für meinen Tanzstil. Ich strebe nach neuen Einflüssen, Verschmelzungen von Tanzstilen und der Entwicklung neuer Bewegungstechniken. Es ergeben sich wunderbare Bewegungsbilder und Ideen.

Das Streben nach Ruhm und Anerkennung macht den Betreffenden abhängig, befangen und nimmt starken Einfluss auf dessen Tanzstil.

Dadurch geht viel Potenzial verloren.

Ich danke allen meinen Schülerinnen und meinem Publikum für die Unterstützung meiner Arbeit.